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MARIJA

D/CH 2016, 100 Min., deutsch, DCP, Regie: MICHAEL KOCH
Buch: Juliane Grossheim, Michael Koch Kamera: Bernhard Keller
Mit: Margarita Breitkreiz, Georg Friedrich, Olga Dinnikova, Sahin Eryilmaz

DO 27.4. FR 28.4. SA 29.4. SO 30.4. MO 1.5. DI 2.5. MI 3.5.
20:00 19:00 21:00 17:00 15:00 -- --

Der erste Langspielfilm des Schweizers Michael Koch ist in Dortmund ange-siedelt, in der heruntergekommenen Nordstadt. Die legalen Einwanderer und Secondos zocken die Illegalen ab, die Etablierteren nutzen sie als billige, ungeschützte Arbeitskräfte. Jeder versucht zu überleben – auch auf Kosten der anderen, wenn es sein muss.

Marija ist mit ihrer Freundin aus der Ukraine nach Dortmund gekommen. Sie hat als Zimmermädchen in einem Hotel gearbeitet und dabei eisern gespart für einen eigenen Coiffeur-Salon. Dann hat sie die Stelle verloren und sich, als sie die Miete nicht mehr zahlen konnte, widerwillig dem Vermieter Cem angedient. Der hat Gefallen gefunden an der jungen Frau, umwirbt sie eher grobschlächtig und setzt sie als Assistentin ein, bei seinen vielfältigen Abzockereien unter seiner Mieterschaft.

Michael Koch interessiert sich offensichtlich für die moralischen Grenzen, welche die Menschen sich leisten oder eben nicht mehr leisten, je härter ihre Umgebung wird. Marija verkauft zunächst ihre Arbeitskraft, später dann auch sich selber oder zumindest ihre Präsenz.

Die Mechanismen des marktwirtschaftlichen Kampfes der Kleinen auf Kosten der noch Kleineren führt der Film nachvollziehbar vor. Dass man dabei ahnt, dass die Wirklichkeit auch in Dortmund wohl noch bedeutend härter und brutaler sein dürfte, sollte man dem Film nicht als Schwäche ankreiden.
(nach: Michael Sennhauser)

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