Local Hero Julian Radlmaier – Double Feature

EIN GESPENST GEHT UM IN EUROPA

D 2013, 46 Min., DCP, FSK: k.A., Regie+Buch: JULIAN RADLMAIER
Kamera: Ágnes Pákozdi. Mit: Gio Korkashvilio, Zurab Rtveliasvili, Jan Bachmann,
Katja Weilandt, Willem Menne

DO 8.6. FR 9.6. SA 10.6. SO 11.6. MO 12.6. DI 13.6. MI 14.6.
20:00 19:00 21:00 18:00 -- -- --

Das Gespenst, das im zeitgenössischen Berlin umgeht, ist der Geist des Dichters Wladimir Majakowski, der in das Leben des georgischen Zeitarbeiters Gela platzt und mit leidenschaftlichen Deklamationen die Frage nach den Bedingungen der Revolution unter gegenwärtigen Ausbeutungsverhältnissen aufwirft. Rund um diesen Hauptstrang blühen zahlreiche Nebenhandlungen, mal im Stile eines ruckelnden Stummfilms, dann wieder im Rahmen sorgfältig komponierter Farbtableaux.

Ein verwirrendes Spiel der Bilder, Töne und Text-Inserts, das ständig ausei-nanderzufliegen droht, aber vom Formwillen des Regisseurs zu einer zau-berhaften «suprematistischen Komödie» gebändigt wird. (viennale.de)

EIN PROLETARISCHES WINTERMÄRCHEN

D 2014, 63 Min., DCP, FSK: k.A., Regie+Buch: JULIAN RADLMAIER
Kamera: Markus Koob. Mit: Natia Bakhtadze, Sandro Koberidze, Ilia Korkashvili,
Lars Rudolph, Willem Menne

Klassenverhältnisse à la Straub. Drei junge Georgier sollen ein Berliner Schloss putzen, in dem ein Rüstungsunternehmen eine Ausstellung über zeitgenössische Kunst präsentiert. Beim feierlichen Empfang am Abend ist das Proletariat unerwünscht und wird in eine Dachkammer verbannt. Vom Gedanken an das Büffet getrieben und in Gedenken an die französische Revolution (die begann schließlich auch mit einem Stück Kuchen, oder?) verlassen die drei Arbeiter ihre Kemenate und schmuggeln sich auf die Party der Berliner Großbourgeoisie.

Ein Wintermärchen als eine Komödie über die Klassengesellschaft, die, obgleich der Begriff der „Klasse“ heute verneint wird, immer noch vorhanden ist, gerade in der Berliner Republik, die sich stets auf größere Aufgaben gefasst macht. Radlmaier hat mit leichter Hand ein modernes Märchen inszeniert und zeigt ganz nebenbei, dass das deutsche Filmemachen sich auch jenseits von Mumblecore und Berliner Schule im Aufbruch befindet. (underdox-festival.de)

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