BELLA E PERDUTA – EINE REISE DURCH ITALIEN

Italien 2015, 87 Min., OmU, DCP, Farbe u. s/w, FSK: k.A., Regie: Pietro Marcello.
Buch: Maurizio Braucci, Pietro Marcello, Kamera: Pietro Marcello, Salvatore Landi, Musik: Marco Messina.
Mit: Tommaso Cestrone (Tommaso), Sergio Vitolo, Gesuino Pittalis

DO 14.12. FR 15.12. SA 16.12. SO 17.12. MO 18.12. DI 19.12. MI 20.12.
-- 21:00 19:00 17:00 20:00 20:00 20:00

Ursprünglich wollte Pietro Marcello einen Dokumentarfilm über den Schafhirten Tomasso Cestrone machen, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hatte, den königlichen Palast von Carditello in der Nähe von Neapel vor dem Verfall zu bewahren. Im 18. Jh. von den Bourbonen errichtet, in einer reichhaltigen Kulturlandschaft, die drei Ernten pro Jahr ermöglichte, verfiel der Palast seit dem Zweiten Weltkrieg zusehends und diente zuletzt der Mafia als Waffenversteck. Der Staat hatte kein Interesse an diesem kulturellen Erbe und so war es Cestrone, der sich so gut es ging um den Palast kümmerte.

Als Cestrone plötzlich während der Dreharbeiten starb, musste der Regisseur improvisieren. Inspiriert von der italienischen Sagenwelt, erfand er die märchenhafte Geschichte des Dieners Pulcinella, eine weißgekleidete Figur aus der Commedia dell'Arte, der aus den Tiefen des Vesuvs kommt und den letzten Willen des Schafhirten Tommaso erfüllen soll, nämlich seinen jungen Büffel Sarchiapone vor dem Schlachthaus zu retten. Gemeinsam machen sich der Narr und der Büffel auf eine lange Reise durch das heutige Italien.

Dieser Büffel entwickelt sich zum roten Faden des Films. Ganz selbstverständlich lässt Marcello ihn reden, lässt ihn über das Verhältnis von Mensch, Tier und Natur reflektieren. „Bella e Perduta“ – „Schön und verloren“, ähnelt einer Elegie, einem Abgesang an ein kulturell so überreiches Land, das sich scheinbar nicht dem Sumpf der Korruption und der Mafia entziehen kann. Vor allem ist er aber eine Ode an ein Land, eine Kultur und einen Mann, der sich tatsächlich allein gegen den Verfall stellte. Seit Pasolini hat kein Filmemacher mit solcher Intensität um die dem Untergang geweihte Kultur Italiens getrauert. Ein großartiger Film.

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