Alpen

Alpeis. GR 2011, 93 Min., OmU, 35mm, FSK: ab 12,  Regie: Yórgos Lánthimos Buch: Yórgos Lánthimos, Efthymis Filippou, Kamera: Christos Voudouris
Mit: Aggeliki Papoulia, Aris Servetalis, Johnny Vekris, Ariane Labed u.a.

DO 15.2. FR 16.2. SA 17.2. SO 18.2. MO 19.2. DI 20.2. MI 21.2.
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Die vierköpfige Gruppierung namens „Die Alpen" hat ein seltsames Geschäftsmodell entwickelt: Gegen Bezahlung bieten die Mitglieder an, für einige Stunden pro Woche in die Rollen von Verstorbenen zu schlüpfen, um trauernden Hinterbliebenen den Abschied zu erleichtern. Dabei firmieren die vier Mitarbeiter, eine Krankenschwester, ein Sanitäter, eine Turnerin und ihr Trainer, unter den Namen bestimmter Berge. So leben „Mont Blanc“, „Matterhorn“ und „Monte Rosa“ in fremden Häusern, tragen Kleidung der Toten und spielen sogar geliebte Erinnerungen nach. Es ist eine seltsame Form eiskalter Trauer und zunehmend wird unklar, wer dieses Spiel mehr braucht – die Hinterbliebenen oder die Darsteller, die sich nach strengen Regeln (keine Beziehung zu den Trauernden aufbauen, keine Intimität, keine Improvisation) in ein Leben schleichen, das der Tod eigentlich beendet hat. Zunehmend bösartiger verhält sich „Mont Blanc“, der Rettungssanitäter und Kopf der Gruppe, der bei Sterbenden ihre Lieblingsschauspieler abfragt und ein Gespräch über Kaffeebecher zu einer totalitären Angelegenheit machen kann.

„Alpen" ist ein außergewöhnliches Psychodrama zwischen beklemmender Spannung und satirischer Komik. Yórgos Lánthimos erhielt dafür 2011 den Drehbuchpreis der Filmfestspiele Venedig.

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