SPK-KOMPLEX  

D, 2018, 111 Min., dcp, FSK: oh. Ang.,  REGIE: GERD KROSKE Buch: Gerd Kroske, Kamera: Susanne Schüle, Anne Misselwitz, Musik: Klaus Janek;

DO 24.5. FR 25.5. SA 26.5. SO 27.5. MO 28.5. DI 29.5. MI 30.5.
20:00 19:00 21:00 18:00 -- -- --

Es ist schon ein Weilchen her, dass das SPK, das Sozialistische Patienten­kollektiv, kriminalisiert wurde und ­dessen Mitglieder sich als Unterstützer einer terroristischen Vereinigung verunglimpft sahen, in den Untergrund gedrängt und/oder inhaftiert wurden. Womöglich erinnern sich nur wenige an Dr. med. Wolfgang Huber und seine Mitstreiter, die das SPK 1970 in Heidelberg gründeten, um einer anderen Perspektive auf das Phänomen der psychischen Erkrankung Geltung zu verschaffen. Einer, wie es damals hieß, »antipsychiatrischen« Perspektive, die »aus der Krankheit eine Waffe machen« wollte und nach der Verantwortung der Gesellschaft für das pathologisierte, abweichende Verhalten eines Menschen fragte.

Weil aber diese Zeit mit ihren mittlerweile an sie geknüpften Denkverboten und Tabus, sowie ihrem hohen Anteil an Verdrängtem unsere Gegenwart so ganz besonders prägt, erweist sich »SPK-Komplex« als spannend wie ein Krimi. Spannend nicht zuletzt, weil Kroske darauf verzichtet, die von ihm befragten Zeitzeugen – darunter Lutz Taufer, Carmen Roll und Karl-Heinz Dellwo – zu benennen. Es gibt auch keinen Off-Kommentar, der Bild und Ton historiografisch einordnet, lediglich eine Stimme, die aus Akten und Briefwechseln vorliest. Dazu montiert Kroske Fotos, Zeitungsausschnitte, Fernsehaufnahmen, zeigt ältere Herrschaften, die in ihren Archiven kramen und Erinnerungen zutage fördern. Dr. Huber selbst, der, wie es heißt, »heute nicht mehr in Deutschland auffindbar« ist, kommt in Form der Tonbandaufzeichnung eines Teach-in zu Wort. Es geht ja auch um Dr. Huber nicht als Individuum, sondern als Subjekt der Geschichte der Bundesrepublik, die zu diesem Zeitpunkt bereits auf den sogenannten Deutschen Herbst zusteuert.   (Alexandra Seitz, epd)  

www.uferpalast.de uses cookies. Close