DIE TRÄUMER

The Dreamers. F, I, GB, US, 2003, 117 Min., dF - OmU,  FSK: ab 16, Regie: BERNARDO BERTOLUCCI, Buch: Gilbert Adair, Musik: Stuart Wilson III,  Kamera: Fabio Ciancheti
Mit: Michael Pitt, Eva Green, Louis Garell, Robin Renucci, Florian Cadiou u.a.

DO 17.5. FR 18.5. SA 19.5. SO 20.5. MO 21.5. DI 22.5. MI 23.5.
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Der junge Amerikaner Matthew kommt aus San Diego nach Paris. Bei einer Demonstration für Henri Langlois, den eben entlassenen Leiter der Cinémathèque Française, lernt er die Zwillinge Isabelle und Theo kennen. Schnell entwickelt sich eine enge Freundschaft zwischen den drei leidenschaftlichen Kinoliebhabern. Die Geschwister quartieren Matthew bei sich ein, während die Eltern auf Reisen sind. Die drei jungen Leute genügen sich zunehmend selbst, bald verlassen sie das großzügige Appartement gar nicht mehr.

Die größte Liebe in „Die Träumer“ ist die zum Kino, und so schenkt uns Bertolucci die warmen Töne des geräumigen Appartements, das mit seinen „geheimen“ Zimmern und Spiegeln fast selbst eine Art Traumlandschaft ist. Von da ist es nur ein kleiner Schritt in die Filmgeschichte. Da steigt Michael Pitt aus dem Bett wie einst James Dean aus dem Auto, Filmfotos hängen in der ganzen Wohnung und die Freiheit in Delacroix' berühmtem Revolutionsgemälde hat nun das Gesicht von Marilyn Monroe.

1968 – die Jahreszahl ist längst zu einem Schlagwort geworden, manchmal fast zum Schimpfwort. Für Bertolucci und seinen Drehbuchautoren Gilbert Adair, der seinen eigenen Roman „The Holy Innocents“ adaptierte, ist 68 zunächst einmal eine Zeit der Unschuld, von der sie mit durchaus autobiographischen Zügen erzählen. Fernab jeder historisierender Zusammenschau lassen die Filmemacher ihre Träumer die unbewusste Rücksichtslosigkeit der Jugend ausleben und Grenzen ausloten. Der lange Arm der Geschichte greift erst ganz am Ende nach den Protagonisten – und Bertolucci inszeniert dies ganz deutlich als Weckruf. Mit dem Erwachen ist allerdings auch der Traum beendet, die Unschuld verloren und das Dreieck gesprengt.

(nach: Filmstarts, Andreas Staben)

 

 

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