LOVELESS

Nelyubov. R, F, B, D 2017, 127 Min., dF - OmU, DCP, FSK: ab16, Regie: ANDREI ZVYAGINTSEV, Buch: Andrei Zvyagintsev u. Oleg Negin Musik: Evgeni u. Sacha Galperine,  Kamera: Mikhail Krichmann
Mit: Alexey Rozin, Maryana Spivak, Matvey Novikov u.a.

DO 17.5. FR 18.5. SA 19.5. SO 20.5. MO 21.5. DI 22.5. MI 23.5.
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Die Liebe zwischen Boris und Zhenya ist schon lange verloschen, sofern es sie denn jemals gab. Längst stecken die beiden in neuen Beziehungen. Das eigene Kind, der 12-jährige Alexey, spielt bei den Planungen keine große Rolle mehr. Die gemeinsame Wohnung soll so schnell wie möglich verkauft werden. Für den Jungen ist anschließend kein Platz mehr, keiner der beiden will ihn zu sich nehmen. Als Zhenya eines Tages zurück in die Wohnung kommt, stellt sie fest, dass Alexey verschwunden ist. Wo auch immer sie anruft, keiner weiß, wo er stecken könnte. Widerwillig müssen sie und Boris daher zusammenarbeiten, in der Hoffnung, den vermissten Jungen ausfindig zu machen.

Während Zvyagintsevs in seinem letzten Film Leviathan von institutionellem Machtmissbrauch in Russland sprach, wird er hier persönlicher. Nicht das Land als solches steht im Fokus, sondern eine Familie, die schon lange keine mehr ist. Trotz der individuellen Geschichte kommentiert er die aktuelle Gesellschaft Russlands. Ob es die plumpen Propagandanachrichten sind, die immerzu im Fernsehen laufen, der Körperkult, die Konzentration auf das Äußere und den Schein – es ist kein sehr schmeichelhaftes Bild, das der Russe da von seinen Landsleuten zeichnet. Keines auch, das eine Hoffnung auf Besserung zulässt. Der Rückbezug auf sich selbst und die eigenen Bedürfnisse, er lässt keinen Raum für andere. Für tatsächliche Gefühle.

(nach: Film-rezensionen, Oliver Armknecht)

 

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