DIE SANFTE 

Krotkaya. F/D/LT/NL 2017, 143 Min., russ. OmU/dF*, DCP, FSK: k.A., Regie: Sergei Losnitza ; Buch: Sergei Losnitza nach einer Erzählung von F. M. Dostojewski; Kamera: Oleg Mutu; Musik: Vladimir Golovnitski;
Mit: Vasilina Makovtseva, Valeriu Andriutã, Sergey Kolesov.  

DO 3.5. FR 4.5. SA 5.5. SO 6.4. MO 7.5. DI 8.5. MI 9.5.
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Alyonka (Vasilina Makovtseva), die als Nachtwächterin in einer russischen Kleinstadt arbeitet, erhält eines Tages ein Paket zurück, das sie eigentlich an ihren womöglich unschuldig im Gefängnis sitzenden Mann geschickt hatte – so wie viele andere Pakete zuvor. Sie möchte herausfinden, warum das Paket zurückkam, findet den Grund aber trotz ihrer Bemühungen nicht heraus. Also begibt sich die Frau auf eine lange Reise bis ans andere Ende Russlands nach Sibirien, zum Gefängnis. Bei ihrer entschlossenen Suche lässt sie sich durch nichts aufhalten, auch nicht von Gewalt, Demütigungen, Ignoranz und Selbstsucht. Die Gefängnismitarbeiter mauern und schikanieren, doch Alyonka will unbedingt herausfinden, was mit ihrem Mann los ist. In ihrer Pension trifft sie eine Reihe geschäftstüchtige, allerdings fragwürdige Menschen, die ihr helfen können.

Als der seit 2001 in Deutschland lebende, ursprünglich aus der Ukraine stammende Sergei Loznitsa („Mein Glück“, „Austerlitz“) Mitte der 1990er Jahre seine ersten Dokumentationen über die russische Geschichte drehte, waren diese noch von einer Leichtigkeit und Ironie geprägt, die der Regisseur inzwischen vollkommen verloren zu haben scheint - was bei den aktuellen Geschehnissen gerade in der Ukraine allerdings auch kein Wunder ist. Inzwischen sind vor allem seine Spielfilme wie zuletzt „Im Nebel“ bittere, tieftraurige, kaum noch ein Fünkchen Hoffnung zulassende Parabeln. Auch sein im Wettbewerb von Cannes 2017 uraufgeführtes Drama „Die Sanfte“, inspiriert von der gleichnamigen Kurzgeschichte von Fjodor Dostojewski, erweist sich nun als knapp zweieinhalbstündige Abrechnung mit Mütterchen Russland – eine am Mythischen kratzende, grimmig-kafkaeske Odyssee durch ein verrottetes System aus Korruption, Machtmissbrauch und Unmenschlichkeit.  (FILMSTARTS.de, Carsten Baumgardt)

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