FOXTROT

ISR/D/F/CH 2017, 108 Min., OmU+dF*, DCP, FSK: ab 12, Regie+Buch: Samuel Moaz Kamera: Giora Bejach, Musik: Ophir Leibovitch, Amit Poznanky
Mit: Lior Ashkenazi, Sarah Adler, Yonatan Shiray, Gefen Barkai, Dekel Adin u.a.

DO 4.10. FR 5.10. SA 6.10. SO 7.10. MO 8.10. DI 9.10. MI 10.10.
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Schon beim Anblick der Soldaten, die an die Tür ihres stilvollen Appartements in Tel Aviv klopfen, wissen Michael und Dafna was passiert ist: Ihr Sohn Jonathan ist gefallen, gestorben im Dienst für sein Land, den jeder junge Israeli ableisten muss, oft an den Grenzen der besetzten Gebiete, an Straßenposten oder gleich ganz in einem der vielen Kriege, die Israel immer wieder führt. Schockstarre erfasst die Eltern, die Militärseelsorger agieren dagegen routiniert, zu oft haben sie anderen Eltern die gleiche Nachricht überbracht. Die Beerdigung wird geplant, doch dann die Nachricht: Jonathan lebt, es war ein Irrtum.

Schnitt in die Einöde der Wüste: Jonathan und drei andere Soldaten hausen in einem Container im Niemandsland und bewachen einen Straßenposten, den manchmal ein Kamel passiert, manchmal ein Auto mit Palästinensern, das die jungen Soldaten mit großer Vorsicht und einigem Misstrauen kontrollieren. Meist passiert gar nichts, meist bewachen die Soldaten ein Nichts, doch allzu schnell kann die Situation in einer Katastrophe enden, wie die weiteren, schicksalshaften Ereignisse zeigen.

In der Form eine griechische Tragödie, im Ton ein Drama und auch beißende Satire, im Kern eine deutliche, schonungslose Kritik an seiner israelischen Heimat und den zum Teil aufgedrängten, zum Teil selbstgewählten Kriegen, die das Land und die Psyche seiner Bewohner seit Staatsgründung prägen. All das ist Samuel Moaz‘ „Foxtrot“, ein streng inszenierter, komplexer, intelligenter, vielschichtiger Film. (programmkino.de)

„Foxtrot“, beim Filmfestival in Venedig mit dem Großen Preis der Jury (Silberner Löwe) ausgezeichnet, wird von der Kritik gefeiert und in Israel kontrovers diskutiert. (filmsite)

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