DONBASS

D/UKR 2018, 110 Min., OmU, DCP, FSK: k.A., Regie+Buch: SERGEJ LOZNITSA Kamera: Oleg Mutu;
Mit: Boris Kamorzin, Valeriu Andriutã, Sergei Ruskin u.a.

DO 11.10. FR 12.10. SA 13.10. SO 14.10. MO 15.10. DI 16.10. MI 17.10.
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Seit dem Jahre 2014 herrscht im Osten der Ukraine ein wechselweise kalter oder heißer hybrider Krieg zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Regierungstruppen, der mittlerweile so undurchsichtig und unübersichtlich geworden ist, dass die Weltgemeinschaft anscheinend beschlossen hat, ihn zu ignorieren. Sergei Loznitsa allerdings zerrt mit seinem neuen Film genau diesen Konflikt wieder ins Rampenlicht der Öffentlichkeit und dekliniert an ihm nicht nur die verheerende Lage in der Ostukraine durch, sondern zeigt vielmehr in einem satirisch zugespitzten Welttheater die Verkommenheit einer Welt, die durch Machtstreben, Gier, Anarchie sowie vielfachen Brechungen und Re-Inszenierungen der Wahrheit geprägt ist.

Wie bereits in seinem letzten Film „Die Sanfte“, der 2017 im Wettbewerb von Cannes zu sehen war, schickt der ukrainische Regisseur auch in seinem neuen Werk „Donbass“ eine Person auf eine Odyssee durch ein Land am Rande der Auflösung. Dieses Mal ist es aber keine filmische Person, sondern vielmehr der Zuschauer selbst, der hier auf eine irrlichternde Reise geschickt wird. Das gelingt unter anderem dadurch, dass es in „Donbass“ keine Hauptpersonen mehr gibt, sondern vielmehr nur ein auswechselbares Personal, das eine, manchmal auch zwei Episoden lang seinen Auftritt hat, um dann einfach zu verschwinden (im günstigsten Fall) oder durch einen plötzlichen Todesfall aus dem Film entsorgt zu werden. Das mag sich nun vielleicht zynisch anhören, doch Loznitsa macht buchstäblich keine Gefangenen in seiner kaleidoskopartigen Ansammlung von Vignetten, die durch die Zusammenschau der einzelnen Elemente gesehen werden wollen.

(nach Joachim Kurz/Kino-Zeit.de)

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