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TOUCH ME NOT

RO/D/CZ/BG/F 2018, 125 Min., OmU+dF*, DCP, FSK: 18
Regie+Buch: ADINA PINTILIE Kamera: George Chiper, Musik: Ivo Paunov
Mit: Laura Benson, Tómas Lemarquis, Dirk Lange, Irmena Chichikova

 

DO 27.12. FR 28.12. SA 29.12. SO 30.12. MO 31.12. DI 1.1. MI 2.1.
20:00* 19:00* 21:00 15:00 -- 17:00 --

„Touch Me Not” begleitet die emotionale Reise dreier Menschen auf der Suche nach Intimität und dem Wunsch nach einem Ausbruch aus ihrer Einsamkeit. Wir alle suchen nach Freiheit und nach unserer Individualität. Und auf dieser Suche spielt Sexualität oft eine große Rolle. Adina Pintilies Film begibt sich mit ihren ProtagonistInnen in ein mutiges und umso tiefgründigeres Experiment, das alle transformiert, auch uns als ZuschauerInnen. Auf der Berlinale 2018 wurde er mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.

„Touch Me Not“ ist ein besonderes Werk und das gleich aus mehreren Gründen. Zuerst ist da der Aufbau. Der Film ist ein Hybrid aus Film, Theater, Performance. Ein Teil der Erzählung rund um die drei Hauptfiguren Laura (Laura Benson), Tómas (Tómas Lamarquis) und Christian (Christian Bayerlein) ist fiktiv, die anderen Teile bestehen aus dem ehrlichen Zeigen und Ausloten der Leben  und Gefühle der SchauspielerInnen selbst, die hier die Figuren zu gleichen Teilen formen. So spielt Laura nicht Laura. Sie ist Laura, eine Frau in ihren 50ern, die ihre eigenen Fragestellungen, ihren eigenen Körper erforscht, wenn auch mitunter in einer fiktiven Handlung. Doch diese wird immer wieder von performativen oder rituellen Akten unterbrochen, die zusammen mit Menschen verübt werden, die sich darauf spezialisiert haben, anderen zu helfen, ihre Sexualität zu erforschen.

Ganz ähnlich funktionieren auch die Szenen zwischen Tómas und Christian. Auch hier stehen somatische Erfahrungen im Mittelpunkt. Tómas erforscht Christians Körper – ein Körper, den man so im Kino so gut wie nie zu sehen bekommt, geschweige denn nackt und mit solch einer entwaffnenden Offenheit. Christian hat Spinale Muskelatrophie. Sein Körper entspricht nicht der Norm. Christian ist körperlich beeinträchtigt, er selbst kann sich nicht bewegen. Allein sein Dasein in „Touch Me Not“ ist, so traurig es ist, das zu sagen, eine Sensation.

„Touch Me Not“ ist ein Selbstfindungstrip. Als Film ist er aber auch ein mutiges, experimentelles Werk, das Themen, Menschen, Körper und Emotionen ins Kino bringt, die man sonst nie sieht. Allein deswegen ist er es schon wert, gesehen zu werden. (nach Beatrice Behn/kino-zeit.de)

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