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MATANGI / MAYA /M.I.A.

GB/USA/Sri Lanka, 97 Min., OmU, DCP, FSK: k.A.
Regie: Stephen Loveridge, Musik: Dhani Harrison, Paul Hicks
Mit: M.I.A.

 

 

DO 13.12. FR 14.12. SA 15.12. SO 16.12. MO 17.12. DI 18.12. MI 19.12.
20:00 19:00 21:00 15:00 -- -- --

Drei Namen, eine Person. So präsent sich M.I.A. alias Matangi „Maya“ Arulpragasam auch in Stephen Loveridges filmischem Porträt über sie. An einer entscheidenden Stelle fehlt dennoch ihr Name: Eigentlich gebührt der Sängerin und Pop-Ikone nämlich ein Credit als Co-Regisseurin. Denn sie, die einst als einzige Nicht-Weiße ihres Jahrgangs am renommierten Saint Martins College of Art Dokumentarfilm studierte, hat Unmengen an Material aus ihrem eigenen Archiv zusammengetragen und dann irgendwann Stephen Loveridge, ihrem Studienkollegen von einst, übergeben, damit der – angereichert mit eigenem Material – einen Film daraus machen könne. 

Dieses Vorgehen garantiert eine große Nähe und Auskunftsbereitschaft der Porträtierten, lässt aber auch manchen Aspekt und eine insgesamt kritischeres Nachfragen unter den Teppich fallen und konzentriert sich ganz auf die schillernde Persönlichkeit der Musikerin und Aktivistin.

Allein der familiäre Background ihrer Familie bietet viel Stoff zur Aufarbeitung: Ihr Vater Arul war im tamilischen Widerstand in Sri Lanka aktiv und dementsprechend selten bis nie wirklich anwesend – ein Zustand, der sich noch weiter verstärkte, als die Familie in den späten 1980er Jahren nach London floh, wo Matangi und ihre Geschwister ohne Vater aufwuchsen. Dennoch ist der Einfluss Aruls, der erst viele Jahre später zu seiner Familie zurückkehrte (was seine Tochter übrigens mit der Kamera dokumentierte), unübersehbar – auch wenn die Künstlerin sich nur selten direkt über ihn äußert. Immer wieder nutzt M.I.A. ihre Prominenz dazu, auf den Konflikt und den von der Welt missachteten und vergessenen Genozid an den Tamilen aufmerksam zu machen.

Loveridges Film ist ein wenig wie die Musik der Sängerin selbst geraten: Widersprüchlich und voller verschiedenster Einflüsse, mitunter mit harten Breaks und Beats, dann wieder ganz selbstverständlich dahinfließend, rau und schroff, aus Samples zusammengesetzt, die unterm Strich dann doch ein in sich geschlossenes Werk ergeben, das vieles andeutet, aber nicht alles bis zum Ende ausbuchstabiert.