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THE HOUSE THAT JACK BUILT

DK/F/D/S 2018, 150 Min., engl. OmU, DCP, FSK: ab 18, Regie+Buch: LARS VON TRIER
Kamera: Manuel Alberto Claro; Mit: Matt Dillon, Bruno Ganz, Uma Thurman u.a.

DO 10.1. FR 11.1. SA 12.1. SO 13.1. MO 14.1. DI 15.1. MI 16.1.
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Ein Serienkillerfilm von Lars von Trier. Da weiß man einerseits was man erwarten kann, nämlich grenzwertig brutale Szenen von Morden an Frauen und Kindern, andererseits dreht das dänische enfant terrible natürlich nicht einfach einen Serienkillerfilm. Und so ist „The House that Jack built“ dann auch weniger ein Film über einen Mörder und Psychopathen, als ein Film über die Kunst und ihre Rolle in der Gesellschaft, über Künstler und damit auch über von Trier selbst.

In den späten 70er Jahren lebt und mordet Jack (Matt Dillon) im Nordwesten der USA. Mit seinem Wagen fährt er durch die Gegend, nimmt manchmal eine Anhalterin (Uma Thurman) mit, der er den Schädel einschlägt, erschießt eine Affäre (Sofie Gråbøl) und deren zwei kleine Söhne und bewahrt deren – und all die anderen Leichen – in einem Warenhaus auf, wo er sie zur Erfüllung einer perfiden architektonischen Vision benutzt.

Denn Jack hat einst davon geträumt, Architekt zu werden, doch dazu hat er es nicht geschafft, ein Scheitern, dass ihn anzutreiben scheint, dass seine Gedanken füllt, seinen Hass. Von all dem erzählt er einem Mann, der lange Zeit nur als Stimme existiert, die Stimme von Bruno Ganz, dem Jack seine Geschichte erzählt (oder beichtet), ein Mann, der sich als Führer durch die Unterwelt herausstellt, als Jacks Vergil.

Spätestens wenn dieser Name fällt dürfte klar sein, was Lars von Trier in seinem neuen Film erzählt: Sein Jack ist Dante, der von Vergil in die Unterwelt geführt wird, wo er mit den Folgen seiner Taten konfrontiert wird. Der kleine, feine Unterschied ist nur, dass es bei von Trier im Gegensatz zu Dantes „Göttlicher Komödie“ keinen Ausweg aus der Unterwelt gibt, kein Paradies, in dem die holde Beatrice wartet, keine Erlösung. (programmkino.de)