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MURER – ANATOMIE EINES PROZESSES

A 2018, 137 Min., DCP, FSK: k.A., Regie+Buch: CHRISTIAN FROSCH
Mit: Karl Fischer, Karl Markovics, Alexander E. Fennon, Ursula Ofner-Scribano

DO 10.1. FR 11.1. SA 12.1. SO 13.1. MO 14.1. DI 15.1. MI 16.1.
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Ein ganz normaler Österreicher seiner Zeit war Franz Murer, 1912 geboren, der Vater Landwirt. Erst nach dem Anschluss an Deutschland, wurde das Leben Murers außergewöhnlich: Weniger seine Mitgliedschaft in der NSDAP ist dabei gemeint, als seine Rolle bei der Vernichtung der Juden von Vilnius, wo er für seinen Sadismus bekannt und berüchtigt war. Nach dem Krieg wurde er in der Sowjetunion zu 25 Jahren Lagerhaft verurteilt, kam jedoch schon nach sieben Jahren frei und lebte einige Jahre unbehelligt in Österreich.

Erst 1963 wurde auf Initiative von Simon Wiesenthal auch in seiner Heimat ein Verfahren gegen Murer angestrengt, dass am 19. Juni 1963 erstaunlicherweise mit einem Freispruch endete. Trotzt vieler Bemühungen, vor allem von Wiesenthal, blieb dies der letzte Prozess gegen Murer, der Anfang 1994 im Kreise seiner Familie friedlich entschlief.

Nicht um ein weiteres Verbrechen der Nazis geht es in Christian Froschs Gerichtsfilm „Murer - Anatomie eines Prozesses“, sondern um die Psyche und das Selbstverständnis der österreichischen Nation. Der Prozess gegen den SS-Mann Franz Murer, der 1963 trotz erdrückender Beweise freigesprochen wurde, ist dabei nur Aufhänger für eine scharfe Sezierung des österreichischen Wesens. (programmkino.de)