Lateinamerikanisches Kino

BIRDS OF PASSAGE
Das grüne Gold der Wayúu

Pájaros de verano. KOLUMBIEN/DK/MEX 2018, 125 Min., span./engl. OmU, DCP, FSK: ab 12,  Regie: CIRO GUERRA, CRISTINA GALLEGO
Buch: Maria Camila Arias/Jacques Toulemonde, Kamera: David Gallego, Musik: Leonardo Heiblum
Mit: Carmiña Martínez, Na-talia Reyes,

DO 25.4. FR 26.4. SA 27.4. SO 28.4. MO 29.4. DI 30.4. MI 1.5.
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Kolumbien 1968: Lange bevor der Name Pablo Escobar in aller Munde ist, legt eine Familie des matriarchalisch geprägten Wayúu-Stammes den Grundstein für den Drogenhandel, für den das Land später so berühmt-berüchtigt werden wird.

Der junge Rapayet verkauft etwas Marihuana an Amerikaner des Friedenskorps. Das Geschäft boomt und er steigt bald zum reichsten Mann der abgelegenen Steppenregion auf. Doch der Reichtum ist mit einem hohen Preis verbunden. Ein Krieg um Macht und Geld bricht aus und setzt nicht nur das Leben des Stammes, sondern auch ihre Kultur und Traditionen aufs Spiel.

Cristina Gallego und Ciro Guerra siedeln ihre Geschichte im wüstenartigen Norden Kolumbiens an. Die Landschaft spielt im Film eine wichtige Rolle, nicht nur als Heimat der Wayúu und damit als ihr ureigenes Terrain. Die Regisseure nutzen die Weite des Landes in einer Weise, die stark an Western erinnert. Wenn der Clan, vom Wind umweht, in Formation auf der Steppe wartet oder wenn Pferde über das Land galoppieren, werden die Bezüge noch offensichtlicher. Mitten in die Wüste setzt Rapayet seine Villa, die schon kilometerweit aus der Ferne erkennbar ist, eine Art Luxusbunker. Wo jetzt dieses Stein gewordene Symbol der Macht steht, das ganz eindeutig nicht hierher gehört, waren die Wayúu einmal zu Hause und mit ihnen ihre Rituale und Traditionen, die immer mehr verblassen, bis sie irgendwann verschwunden sind. An ihre Stelle treten die Macht- und Statussymbole der neuen kapitalistischen Ordnung: nicht nur die prächtige Villa, sondern auch große Autos und Maschinenpistolen. Was als kleiner Deal mit den Gringos begann, wächst zum kriminellen Imperium und wird damit zur Bedrohung für alle. Gier, Verrat und Wahnsinn beschleunigen den Niedergang der Familie. Und so, wie die Zugvögel, die „Birds of Passage“, über das Land ziehen, wird ihr Leben vergehen. (nach: filmsite, programmkino.de)