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LEID UND HERRLICHKEIT

Dolor y gloria. E 2019, 113 Min., span. OmU+dF*, DCP, FSK: ab 6, Regie+Buch: PEDRO ALMODÒVAR
Kamera: José Luis Alcaine, Musik: Alberto Iglesias
Mit: An-tonio Banderas, Asier Etxeandia, Leonardo Sparagliia, Penelope Cruz u.a.

DO 17.10. FR 18.10. SA 19.10. SO 20.10. MO 21.10. DI 22.10. MI 23.10.
-- 21:30* 19:00 20:30 20:00 20:00* 20:00*

„Leid und Herrlichkeit” ist ein autobiografisches Kontemplieren Almodóvars.  Der inzwischen 70-jährige Regisseur hatte mit seinen vorherigen Filmen eindeutig seinen Schwung verloren. Doch nun kommt er, wenn auch in leiserer Manier, mit Wucht wieder zurück ins Kino.

Salvador Mallo, ein alternder Filmregisseur, ist zerfressen von Krankheiten und Wehwehchen. Arbeiten kann er deswegen nicht mehr, sagt er. Doch dann ein Lichtblick: eine Kinemathek beschließt, seinen Film „Sabor“ zu restaurieren und wiederaufzuführen. Dies führt Salvador auf eine Reise in die Vergangenheit. Er besucht seinen Hauptdarsteller von damals, Alberto, mit dem er sich bei den Dreharbeiten überwarf und seit 30 Jahren nicht mehr gesprochen hat. Alberto ist überrascht, doch die beiden nähern sich an über eine gemeinsame Runde Heroin. Für Salvador ist es das erste Mal und es tötet nicht nur die Schmerzen in Kopf und Rücken, sondern schickt ihn auf eine noch tiefere Reise in die Vergangenheit, in der er seine Kindheit im Spanien der 1960er-Jahre, seine geliebte Mutter Jacinta und sein erstes schwules Begehren erinnert.

Stück für Stück und zwischen der Jetzt-Zeit, den 1960er- und den 1980er-Jahren hin und her changierend, setzt sich das Leben Salvadors wieder zusammen.

Es sind vor allem die Augenblicke leidenschaftlicher Liebe, egal ob zur Mutter, zum Kino, zu alten Freunden oder zu anderen Männern, die zu ihm heimkehren in einem Moment, in dem er im Leiden unterzugehen droht. Trotz aller ungewohnten Subtilität lässt einen der Film im typischen Almodóvar-Gefühl von früher schwelgen. Noch immer sind die Farben und Interieurs knallbunt und verrückt, noch immer sind die Blicke sehnsüchtig, die Umarmungen fast eine Aggression, so leidenschaftlich werden sie vollzogen. Noch immer sind die Küsse lang und tief und fast ein fleischgewordenes Seufzen und Verlangen. (nach: kino-zeit, Beatrice Behn)  

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