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STERNE ÜBER UNS

D 2019, 98 Min., DCP, FSK: ab 12, Regie+Buch: CHRISTINA EBELT Kamera: Bernhard Keller, Musik: Benjamin Drees, Jakob Ilja Mit: Franziska Hartmann, Clau-dio Mango, Kai Ivo Baulitz, Nicole Johannhanwahr u.a.

DO 13.2. FR 14.2. SA 15.2. SO 16.2. MO 17.2. DI 18.2. MI 19.2.
20:00 19:00 21:15 16:00 -- -- --

Melli hatte die Miete einbehalten. Die Wände waren feucht und schimmelig. Statt Abhilfe - die fristlose Kündigung. In die Obdachlosigkeit gedrängt, zieht die alleinerziehende Melli mit ihrem neunjährigen Sohn Ben in den Wald. Hier improvisieren sie ein notdürftig eingerichtetes Lager, abgelegen von den Wegen, damit sie niemand entdecken kann. Für Melli ist das Waldleben nur eine Notlösung, für den Übergang, bis sie wieder eine Wohnung gefunden hat. Grund genug auf Besserung zu hoffen hat sie allemal, denn in wenigen Tagen tritt sie ihre neue Stelle als Flugbegleiterin an.

Anders als Melli findet Ben das Waldleben aufregend. Das Leben unter den extremen Bedingungen zwingt die beiden noch enger zusammen, auch weil Melli und Ben stets auf der Hut sind, denn niemand soll von ihrer Obdachlosigkeit erfahren, da Melli große Sorge hat, dass man ihr ansonsten den Jungen wegnimmt. Mit enormer Kraft strengt sich Melli Tag für Tag an, um einen Weg aus ihrer Misere zu finden. Doch als die Wohnungssuche für sie aussichtslos und demütigend wird, als ihr das Jugendamt im Nacken sitzt und ihr Arbeitgeber zusätzlich Druck macht, ist Melli heillos überfordert. Was sie mit aller Gewalt verhindern wollte, kann sie nicht länger aufhalten: Zum Wohl ihres Kindes muss sie eine schwerwiegende Entscheidung treffen.

„Sterne über uns“ ist eine schauspielerische Tour-de-Force auf der Klinge einer in Arm und Reich geteilten Welt. Regisseurin Christina Ebelt rückt die Existenzangst einer gegen die Windmühlen der Bürokratie kämpfenden Frau in den Mittelpunkt. Sie zeigt ungeheuer intensiv und bewegend, wie Melly, grandios gespielt von Franziska Hartmann, zwischen Wohnungssuche und Arbeitsleben zerrieben wird. Sie zeigt den unmenschlichen, ja geradezu demütigenden Kampf einer unverschuldet in Not geratenen Mutter und macht das Versagen unserer Behörden innerhalb eines dysfunktionalen Sozialsystems erschreckend deutlich. (Verleih, filmkunstkinos)