Wiederaufführung restaurierte Fassung
Aktuell in OmU

MISHIMA

Mishima: A Life in Four Chapters. USA/J 1985, 121 Min., jap./engl. OmU, DCP, FSK: ab 16, Regie: PAUL SCHRADER
Buch: Paul-, Leonard-, Chieko Schrader, Kamera: John Bailey, Musik: Philip Glass
Mit: Ken Ogata, Masayuki Shionoya, Hi-roshi Mikami, Junya Fukuda

DO 30.1. FR 31.1. SA 1.2. SO 2.2. MO 3.2. DI 4.2. MI 5.2.
20:00 19:00 21:15 16:00 -- -- --

1985 drehte Paul Schrader das stark fiktionalisierte Biopic „Mishima“, das sich in vier Kapiteln dem Leben und Wesen Mishimas widmete.

Fast 35 Jahre nach seiner Uraufführung in Cannes erlebt der Klassiker als restaurierter Director’s Cut ein Comeback auf der Leinwand.

Yukio Mishima war ein bis zum Schluss rätselhafter, exzentrischer Egomane. Er revolutionierte das japanische Theater, brach in seinen Romanen und Gedichten mit sexuellen Tabus und kämpfte gleichzeitig für eine politische Rückkehr zu traditionellen Werten. Einer alten Samurai-Familie ent­stam­mend, hing er deren stren­gem Kodex an, der so gar nicht mehr in das von west­li­chen Ein­flüs­sen gepräg­te Japan der Nach­kriegs­zeit pass­te. Am 25. November 1970 marschierte er mit seiner Privatarmee in das Hauptquartier des japanischen Militärs ein und versuchte einen Putsch. Als dieser scheiterte, beging er rituellen Selbsttötung.

Paul Schrader setzt ihm hier ein unvergesslich schrill schillerndes Denkmal – ein Film so komplex und tabulos wie seine Hauptfigur: Ausgangspunkt ist das Ende. Auf dem Weg zum Putschversuch blicken wir mit Mishima auf sein Leben und Werk zurück – ersteres in nüchternem Schwarzweiß, letzteres in quietschbunten unwirklichen Theaterinszenierungen. Und diesem formalen Gegensatz zum Trotz formt sich daraus ein so bündiges Ganzes, dass man irgendwann kaum unterscheiden kann zwischen dem Autor und seinen Geschöpfen. Präzise und hingebungsvoll schuf Schrader eine der bis heute außergewöhnlichsten, kraftvollsten Film-Biografien. (nach: filmkunstkinos.de)