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A HIDDEN LIFE – EIN VERBORGENES LEBEN

D/USA 2019, 173 Min., engl./dt./ital. OmU+dF*, DCP, FSK: ab 12, Regie+Buch: TERRENCE MALICK
Kamera: Jörg Widmer, Musik: James Newton Howard
Mit: August Diehl, Valerie Pachner, Maria Simon, Tobias Moretti u.a.

DO 26.3. FR 27.3. SA 28.3. SO 29.3. MO 30.3. DI 31.3. MI 1.4.
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Majestätisch ragen die Berge in den Himmel und verankern die Welt im Lauf der Zeit. Eine gewisse Unendlichkeit geht von ihnen aus, so unerschütterlich wie erhaben prägen sie die Landschaft. Ein mächtiger Anblick, der den Mensch klein und unbedeutend wirken lässt. Trotzdem interessiert sich Terrence Malick in seinem neuen Film ausschließlich für das Individuum in einer riesigen Welt, die sich im Umbruch befindet und droht, vom Bösen verschlungen zu werden. „A Hidden Life“ erzählt die Geschichte von Franz Jägerstätter, der aus Gewissensgründen den Kriegsdienst verweigerte und dafür 1943 wegen „Wehrkraftzersetzung“ von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde.

Ein kleines Paradies im idyllischen Dörfchen Radegund in Oberösterreich in den 1930er-Jahren. Fani und Franz, die Geschichte einer großen Liebe, während um sie herum die Zivilisation zusammenbricht. Österreich ist Teil des Hitlerreichs, seine Soldaten kämpfen für die Großmachtträume der Nazis. Doch einer nicht: Franz Jägerstätter, Bergbauer und Katholik.

Schon früh ahnt er die Gefahr, die mit dem aufkommenden Nationalsozialismus einhergeht. Kein Wunder, dass er 1938 als einziger in seiner Gemeinde gegen den Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich stimmt. Als ein Jahr später der Krieg ausbricht, hat er noch Glück. Schließlich müssen Bauern wie er die Bewohner mit den angebauten Lebensmitteln versorgen, weshalb ihn seine Gemeinde als „unabkömmlich“ einstuft. Anfang 1943 ereilt ihn schließlich doch noch der Einberufungsbefehl. Doch Jägerstätter weigert sich kategorisch, für die Wehrmacht zu kämpfen und fremden Menschen Leid zuzufügen. Selbst im Angesicht der drohenden Hinrichtung bleibt er seinem Gewissen und seinem unerschütterlichen Glauben treu.

„Ein verborgenes Leben“ ist das intensive Porträt eines stillen Helden. Regisseur Terrence Malick setzt der Nazi-Terrorherrschaft einen archaischen Kosmos entgegen. Malick geht es vor allem um eins: den Mut, nein zu sagen, seinem Grundgefühl zu vertrauen, Widerstand aushalten, Zivilcourage zeigen, gegen den Staat, aber auch gegen den Ratschlag der Kirche, gegen das Wohl der eigenen Familie. Ein einsamer, radikaler Akt des Widerstands, der den Lauf der Geschichte nicht verändern kann. Widerstand, der sich auf nichts Anderes gründet außer der Instanz des Gewissens. Das klingt aus der Zeit gefallen und passt zu Terrence Malick. Der Film kreist um sein zentrales Thema, die inneren Konflikte seiner Figuren, ihr Seelenleben. Mit seinem bildstarken Widerstandsdrama will Terrence Malick eine kaum bekannte Geschichte der Vergessenheit entreißen. Mut, Zivilcourage, all das hat uns heute noch viel zu sagen. (nach: filmstarts, spielfilm.de, 3sat)