• D 2021, Länge: 39 min bis 93 min, ohne Sprache, DCP, FSK: o.A., Regie: ANNA STEWARD
Do 12.5. Fr 13.5. Sa 14.5. So 15.5. Mo 16.5. Di 17.5. Mi 18.5.
   20:00 18:00 17:00      

Choreographie: Susanna Curtis, Francesca Imoda,
Kamera: Max Grünauer, Thomas Rösing, Musik: Daniel Williams
Mit: Susanna Curtis, Lisa Friedmann, Lina Hartmann, Johannes Walter

Zwischen Social Distancing und Social Media, Homeoffice und Netflix, Sofa-Wochenenden und E-Sports entglitten uns die Tage und unser Selbst. Wir scrollten uns durch die endlosen Weiten des World Wide Web, starrten auf Bildschirme, die uns Bilder von anderen Menschen zeigten, die auf Bild-schirme starrten. Und während unsere Körper langsam zu Zombies wurden, trieben wir durch einen Kosmos der inneren Isolation – Astronauten ohne Mutterschiff. In der überfordernden Ödnis und überreglementierten Strukturlosigkeit des Corona-Alltags überwinterte die Sehnsucht Homo Sapiens nach dem „Wir“. Jetzt, mit der Ankunft des Frühlings, ertappen wir uns da-bei, wie wir uns gegenseitig aggressiv und zärtlich beäugen, ohne zu wissen, wer Freund ist und wer Feind.

„Zooomworld“ ist ein experimentelles Tanztheater-Projekt, das das Medium Film für eine multiperspektivische Erzählweise nutzt.
Basierend auf körperlichen Recherchen, denen Fragestellungen nach den sozialen Auswirkungen von Pandemie und Lockdown zugrunde lagen, entfaltet sich die Handlung in parallelen Choreographien und Erzählsträngen.
In sieben Kapiteln folgen wir vier Protagonist*innen. Dieselbe Szene aus unterschiedlichen Perspektiven gefilmt und mit unterschiedlichen Musiken unterlegt wird zu einer anderen Szene und ermöglicht es so unterschiedliche Befindlichkeiten zu porträtieren.

Live begleitet von Moderator*innen, wählt das Publikum nach jedem Kapitel aus, welchem Erzählstrang es folgen möchte.
Da sind Lina und Lisa, zwei Freundinnen, die sich das erste Mal wieder ana-log treffen und Susanna und Jogi, die die Quarantäne nie verlassen haben. Während Lina und Lisa sich gegenseitig Wiederentdecken, müssen Susan-na und Jogi erst den analogen Kommunikationsverlust überwinden bevor sie sich als „wir“ neu erfinden können.

Antagonistische Motive durchziehen die Handlung und werden wortlos aus-gelotet: die Sehnsucht nach dem Gegenüber versus Misstrauen, Angst und Aggression vor diesem. Spüren und Erfahren des Selbst versus des Verlusts des Selbstgefühls und Unfähigkeit zu Spüren. Isolation und Depression versus Lebenshunger und Neugier.

„Zooomworld“ fungiert als assoziative Parabel – in bewusst lang gesetzten Spannungsbögen und atmosphärischen Verdichtungen wird verhandelt, wie sich das Verhältnis von „Ich“ und „Du“ in postpandemischen Zeiten gestaltet.

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR.