• D 2022, 105 Min., DCP, FSK: ab 16, Regie: CHRISTOPHER ROTH
Do 26.1. Fr 27.1. Sa 28.1. So 29.1. Mo 30.1. Di 31.1. Mi 1.2.
 20:00 19:00 21:15 18:00      

Buch: Jeanne Tremsal, Christopher Roth, Kamera: Lydia Richter, Konstantin Minnich, Musik: Cosimo Flohr
Mit: Jana McKinnon, Clemens Schick, Leo Altaras, Julia Hummer

Jeanne lebt in der Landkommune des Aktionskünstlers Otto Muehl seit sie zwei Jahre alt ist. Sie solle in einer besseren Welt aufwachsen, mit Gleichgesinnten, autark, frisch, fröhlich, frei, und nicht so werden „wie die Spießer da draußen“. Ihre Mutter und ihr Vater wohnen in Stadtkommunen und kommen nur selten zu Besuch. Dies ist eines der Gesetze, das Otto, der Herrscher der Kommune, so bestimmt: Kinder wachsen ohne Eltern auf, denn die Kleinfamilie gilt als „Ursprung allen Übels“. Die 14-jährige Jeanne kennt keine andere Welt, sie genießt ihr Leben in der Umgebung vieler anderer Kinder in der freien Natur. Bis sie sich in den zwei Jahre älteren Jean verliebt und ihr Kindheitsparadies Risse bekommt. Denn jetzt verstößt sie gegen Ottos oberstes Gesetz: „Sex ist erlaubt, aber Liebe verboten“.
Zwischen Kindheitsparadies und Missbrauch: Drehbuchautorin Jeanne Tremsal ist in der Muehl-Kommune aufgewachsen, Christopher Roth hat ihre Erinnerungen verfilmt. Clemens Schick spielt Otto Muehl als diabolischen Verführer, der ein System aus emotionaler Abhängigkeit und Psychoterror erschaffen hat. Obwohl Jeanne ihre Kindheit als paradiesisch er-lebt, ist die Angst der Kommunarden vor öffentlicher Bloßstellung in den täglichen „Selbstdarstellungen“ deutlich zu spüren. Dass Muehl 1991 wegen „Unzucht mit Minderjährigen“ zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde, lässt erahnen, dass der wahre Schrecken im Film nur angedeutet wird.


Kurzfilm:


POP MUSIK

Dokumentarfilm, Deutschland 2016
Regie: Andreas Grützner, 8'35 Min.

Mit Super-8-Material und alten Tonbandaufnahmen aus den Jahren 1975-77 wird ein Familienporträt gezeichnet, in dessen Kern die Frage nach dem Glauben gestellt wird. Das Dilemma eines Jungen, der zwischen Freiheit, Selbstentfaltung und Erleuchtung hin- und hergeworfen ist.