| Do 28.05. | Fr 29.05. | Sa 30.05. | So 31.05. | Mo 1.06. | Di 2.06. | Mi 3.06. |
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Buch: Boris Lojkine, Delphine Agut, Kamera: Tristan Galand
Mit: Abou Sangaré, Nina Meurisse, Alpha Oumar Sow, Emmanuel Yovanie u.a.
Der in Cannes mehrfach ausgezeichnete Film entführt in die unbekannte Welt der Fahrradkuriere, die allgegenwärtig sind, aber in einer verborgenen Ökonomie arbeiten. Boris Lojkine eröffnet Innenansichten einer digitalisierten Arbeitswelt, die neue Formen der Ausbeutung gefunden hat.
Der Berufsalltag von Souleymane, einem Geflüchteten aus Guinea ohne Aufenthaltspapiere, ist ein atemloses Rennen gegen die Zeit. Tagsüber muss er Speisen pünktlich ausliefern und spätabends den letzten Bus erreichen, der ihn zu einem Schlafplatz im Obdachlosenheim bringt. Die Stadt erscheint als ein einziges Minenfeld. „Souley de Paris“, wie ihn seine Kollegen rufen, ist dem Straßenverkehr, den Launen der Kunden und dem beiläufigen Rassismus seiner Auftraggeber ausgeliefert: Seine fragile Existenz könnte an der kleinsten Trivialität zerbrechen. Vor allem sitzt ihm die Befragung im Nacken, bei der in zwei Tagen über seinen Asylantrag entschieden wird. Bis dahin muss er neben all dem Stress auch noch eine plausible Geschichte parat haben, die seine Fluchtgründe belegt.
„Souleymans Geschichte“ ist ein hochspannender Thriller über den Teufelskreis von Migration und Ausbeutung, über Machtverhältnisse und gnadenlose Asylverfahren. Regisseur Boris Lojkine bleibt immer dicht an seiner Hauptfigur, was dem Film eine packende Dynamik und fast schon dokumentarische Züge verleiht. Sein Hauptdarsteller Abou Sangaré verkörpert Souleymane mit einer Intensität, die man selten im Kino sieht. Der Film ist ein Plädoyer für Humanität gegenüber Menschen, die an den Rändern der Großstadt um ihre Existenz und ihren Aufenthaltsstatus ringen.
Im Januar hat Sangaré nach drei vergeblichen Anläufen ein Bleiberecht erhalten – für ein Jahr. Lojkines Film ist noch nicht vorüber.
Kurzfilm:
Ich weine nicht, wenn du auch nicht mehr weinst

Animationsfilm/Dokumentarfilm, Großbritannien 2012
Regie: Andy Glynne, 4'15 Min.
Hamid ist zehn und lebt in Großbritannien. Er erzählt von seiner Flucht aus Eritrea, von seiner Trauer und davon, wie schwierig es sein kann, in einem neuen Leben anzukommen.
