Charlotte Gainsbourg

NYMPHOMANIAC I+II

DK/D/F/S 2013, 118+124 Min, engl. OmU, DCP, FSK: ab 16, Regie+Buch: LARS VON TRIER
Kamera: Manuel Alberto Claro, Musik: Alberto Iglesias
Mit: CHARLOTTE GAINSBOURG, Stellan Starsgard, Stacy Martin, Shia LaBeouf u.a.

DO 24.1. FR 25.1. SA 26.1. SO 27.1. MO 28.1. DI 29.1. MI 30.1.
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Sie heißt Joe. Verwundet liegt sie eines Abends auf der Straße, als er, der Junggeselle Seligman, sie findet. Er nimmt sie mit zu sich nach Hause, gibt ihr zu essen und ein Bett. Sie beginnt, ihm ihre Geschichte zu erzählen. Wie alles begann. Und wie sie wurde, was sie nun ist.

Insgesamt acht Kapitel hat Lars von Trier für seinen Film über die Lebensbeichte einer nymphomanen Frau konzipiert. Im Zentrum steht der intensive und kammerspielartig inszenierte Austausch der zwei Hauptfiguren. Charlotte Gainsbourg ist Joe. In ihrem faszinierenden Spiel mischen sich kluge Gedanken und depressive Erinnerungsfetzen, Abgestumpftheit und Melancholie. Stellan Skarsgård ist ihr stoisch zuhörendes und verständnisvolles Gegenüber, ihr Therapeut und Beichtvater zugleich. Jedes Kapitel ist anders aufgebaut, dabei arbeitet von Trier virtuos mit verschiedenen Stilmitteln und Metaphern, verknüpft beispielsweise die Theorie des perfekten Fliegenfischens oder Bachs Dreiklang mit Joes sexuellen Erlebnissen. Die Bilder sind explizit, doch immer inhaltlich motiviert. Der Sex und Joes zwanghafte Sucht danach geben immer tiefere Einblicke in die zerrissene Psyche eines Menschen, der nicht weiß, was er tun soll, weil er immer nur seinen Trieben folgen kann und muss.

Ein provozierendes Werk über eine zwanghaft sexgetriebene Frau, das sicherlich polarisiert. Auch an diesem Film von Lars von Trier scheiden sich die Geister. Für die eine Fraktion ist dies ein Film, der um der Provokation willen gemacht wurde und darüber hinaus keinerlei künstlerischen Wert besitzt. Für die anderen ist er eine sowohl stilistisch wie auch inhaltlich nuancierte Analyse des Phänomens der Nymphomanie mit der von Trier, auf der Höhe seines Könnens, eine zutiefst pessimistische Vision von der Sexualität als zerstörerischer Kraft geschaffen hat.

(nach: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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