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THE PAINTED BIRD

CZ/UKR/SK 2019, 169 Min., tschech. OmU, DCP, FSK: ab 18, Regie+Buch: VÁCLAV MARHOUL, Kamera: Vladimir Smutný, Musik: Petr Ostrouchov
Mit: Petr Kotlár, Nina Schunewytsch, Alla Sokolowa, Udo Kier, Stellan Skarsgard, Harvey Keitel, Julian Sands

DO 14.10. FR 15.10. SA 16.10. SO 17.10. MO 18.10. DI 19.10. MI 20.10.
-- 19:30 20:15 17:00 -- -- --

Osteuropa im Zweiten Weltkrieg. Ein jüdischer Junge, dessen Großmutter stirbt und der fortan auf sich alleine gestellt ist, kämpft sich durch diese unmenschliche Zeit. Er trifft dabei vor allem auf Leute, die weder ihm noch irgendjemandem gut gesonnen sind. Trotzdem ist er auf die erwachsenen Menschen angewiesen, weil sie ihm ein Dach über dem Kopf und ab und an auch eine warme Mahlzeit bieten können. Der Preis, den er dafür zahlen muss, ist horrend und die vermeintlich Schutzbietenden werden von Tag zu Tag sadistischer. Das Kind, dessen soziale Struktur mit einem Mal weggebrochen ist, findet keinen Anschluss mehr an eine Welt, in der jeder nur auf die eigenen, zuweilen abartigen Bedürfnisse fokussiert ist. Ausbeutung, Demütigung, Gewalt und Missbrauch prägen seine Tage fortan.

Im Kontrast zur verstörenden Geschichte stehen die in schwarzweiß gehaltenen wunderschönen Landschaftsaufnahmen, die dieser Film von Beginn an bietet. Die unberührt wirkende Natur, die satten Wälder und die fruchtbaren Weiden lenken aber immer nur für sehr kurze Zeit von den Gräueltaten ab, die „The Painted Bird“ laufend abbildet. (filmstock, Verleih)

Wenn es Marhoul darum ging, das Grauen des Krieges so realistisch wie nur irgend möglich zu zeigen, muss man ihm größten Erfolg bescheinigen. Ähnlich wie Elem Klimows Klassiker „Komm und Sieh“ ist es auch in „The Painted Bird“ eines der schwächsten Glieder der Gesellschaft, das den furchtbaren Geschehen des Krieges besonders hilflos ausgeliefert ist. Der große Unterschied ist, dass Marhoul seinem Protagonisten ein erstaunlich hoffnungsvolles Ende gönnt, das am Ende einer Odyssee der Grausamkeiten einen Keim der Menschlichkeit pflanzt. Ein stilistisch außerordentlicher Film, der seinem Publikum jedoch viel zumutet. (programmkino.de)